Chorlager – wenn die Nächte zu kurz und die Töne immer besser werden
Ein Chorlager ist eine ganz besondere Form von Erholung. Man fährt gemeinsam weg, schläft viel zu wenig, singt bis die Ohren klingeln und stellt irgendwann fest: Eigentlich waren wir doch zum Proben hier!
Auch in diesem Jahr hieß es Ende September wieder für 45 Teilnehmende: Koffer packen, Noten einstecken und ab ins Chorlager nach Missen! Denn große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus.
Im kommenden Jahr gibt es gleich doppelten Grund zum Feiern: Das Niedersorbische GymnasiumCottbus begeht seinen 75. Geburtstag – und auch der Schulchor feiert sein 75-jähriges Bestehen. Da will natürlich niemand mit einem schiefen Ton um die Ecke kommen.
Zwischen den Proben wurde gegessen, gelacht und geplaudert. Und genau hier zeigte sich einmal mehr die großartige Unterstützung von Eltern und Freunden. Sie sorgten dafür, dass niemand verhungerte, dass Getränke bereitstanden und dass die Sängerinnen und Sänger zwischen den musikalischen Höchstleistungen auch körperlich bei Kräften blieben. In den letzten Jahren waren es vor allem auch ehemalige Chormitglieder, welche die Abläufe und Betreuung an den fünf Probetagen unterstützten. Liam Herzberg, Emma Schreier und Eric Bivor waren unermüdlich im Einsatz.
Ein herzliches Dankeschön auch allen Eltern, die mit angepackt, gekocht, gebacken, eingekauft, transportiert und unterstützt haben!
Doch ein Chorlager besteht nicht nur aus Proben: Es ist auch eine Zeit, in der eine Gemeinschaft wächst. Die Neuankömmlinge werden schnell in die Chorfamilie aufgenommen. Und die alten Hasen zeigen ihnen, wie es geht. Der Schulchor ist schließlich weit mehr als eine Gruppe von 54 (!) Schülerinnen und Schülern, die gemeinsam singt. Er ist das Herzstück der Kulturarbeit am Niedersorbischen Gymnasium Cottbus. Bei Konzerten, Schulveranstaltungen und besonderen Anlässen bringt er Menschen zusammen, macht sorbische Kultur hörbar und sorgt dafür, dassTraditionen lebendig bleiben.
Höhepunkt des Chorlagers war auch in diesem Jahr die erfolgreiche Durchführung desHerbstkonzertes. Vor zahlreichem Publikum - über 100 Zuhörende (!) - konnten so die „alten“ undneuen Sängerinnen und Sänger gleich einen Teil des neugeprobten Repertoires vorstellen. Unter der künstlerischen und pädagogischen Anleitung von Jennifer Dünnbier, Gerald Schön und dem Pianisten Lennard Ramschek erlebten wir ein klangvolles Herbstkonzert, welches seitens der Stiftung für das sorbische Volk und die Domowina unterstützt wurde. Und was wäre ein Auftritt ohne Trachten? Dank der fleißigen Arbeit der Schneiderin Antje Lehnitzke konnten in diesem Jahr alle Mädchen in teilweise neu geschneiderten Trachten auftreten.
Und wenn dann beim Jubiläum am 04. September 2027 alle gemeinsam auf der Bühne stehen undder erste Ton erklingt, wird sich zeigen, wie wichtig die langen Probentage, die fleißige Unterstützung der Eltern und die Geduld der Chorleitenden war. Denn nach dem Konzert ist vor dem nächsten Konzert.
-Angela Šurmanowa-